
„Ihr seid die Zukunft, in der Ihr leben werdet“: Das war der zentrale Satz in der Botschaft von Rita Althausen an die Schüler*innen des GSG am Tag der Zeugnisausgabe.
Die Vertreterin der Jüdischen Gemeinde Mannheim, zugleich Vorstandsmitglied der Gesellschaft für jüdisch-christliche Zusammenarbeit Rhein-Neckar, sprach im ökumenischen Gottesdienst zum Ende des Schuljahres in der gut besetzten Lukaskirche. Anlass war der Abraham-Pokal, der derzeit dem GSG anvertraut ist: Er zeichnet Schulen aus, die sich für ein gutes interreligiöses Miteinander besonders einsetzen. Rita Althausen legte anschaulich dar, wie das Erbe der Geschwister Scholl heute dazu verpflichtet, ein wacher Staatsbürger zu sein und gerade dem wieder deutlich anwachsenden Antisemitismus zu widerstehen. Basis für eine solche mutige Haltung kann nicht zuletzt ein Glaube sein, der die Realität offen sieht und sich immer darauf verlässt, dass diese Erde „trotz allem“ in Gottes guter Hand ist. Denn Vertrauen erlaubt es, Krisen zu meistern.
Anscheinend traf der Gottesdienst zum Ende des Schuljahres ein Bedürfnis vieler junger Menschen am GSG. Die Zahl der Teilnehmenden übertraf die Erwartung der Fachschaften Religion, die dazu eingeladen hatten, am Zeugnistag noch einmal „ganz anders“ Schulgemeinschaft zu sein – nämlich im Hören auf eine Hoffnung jenseits von Noten und Regeln. Im Alltag nah erlebte schwierige Situationen – neben „gewöhnlichem“ Schulstress kamen der Krieg in der Ukraine, die Lage in Nahost, auch innenpolitische Probleme wie die soziale Gerechtigkeit, Fragen der kulturellen Vielfalt oder ein überhand nehmender Populismus zur Sprache - verlangen offenkundig nach Trost und Verwurzelung in einer Weltsicht, die Zuversicht, Ausdauer und ein gesundes Selbstvertrauen stützen kann.
In der Fürbitte kamen Sorgen unserer Schülerinnen und Schüler zu Wort: „Manchmal habe ich Angst, dass andere mich oder mein Verhalten nicht verstehen und ich es nicht erklären kann. Ich weiß nicht, wie ich aus dieser Situation rauskomme.“ – „Was ist, wenn ich versage? Was, wenn ich vor allen blamiert werde? Gott, bitte hilf mir vor meiner großen Angst.“ – „Es war nicht schön, dass es dieses Schuljahr so viel Streit gab und uns nicht viel geholfen worden ist.“ Dass einige Menschen aus unserem Kreis unsicher waren, kaum darüber redeten und sich einsam fühlten – einsam auch in Gesellschaft –, wo sollte es ausgesprochen werden, wenn nicht im Gottesdienst?
Emil Kunsmann (MSS 11) trug seine differenzierten Gedanken zu Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz vor – und machte dabei auf der Kanzel eine gute Figur. Luis Jourdan (aka Blesco – MSS 12) ließ die Versammelten in der Lukaskirche in einem eigens geschriebenen Rap an seinen Gefühlen und seinem Glauben teilhaben.
Ulrike Braun hatte mit Schülerinnen auf Streichinstrumenten mehrere Stücke eingeübt, die dem Gottesdienst weiter Vielfalt bescherten. Harald Böhme – an der Orgel und aus dem Sabbatjahr zurück – trug maßgeblich zum schwungvollen Verlauf bei.
„Der Herr ist mein Vater, mein Beschützer, ich brauche keine Angst zu haben“: Mit diesem Motto, geäußert von einer Schülerin, das die vorhandenen Sorgen nicht billig wegwischt, aber auf einen sicheren Halt hinweist, ging die ökumenische Gemeinde in die Ferien.
Auf eine gute schulfreie Zeit!
- Klaus Beckmann
Am 21.5.26 gab sich der Autor und Journalist Arno Frank in der Aula des GSG die Ehre, aus seinem zuletzt veröffentlichten Roman Ginsterburg zu lesen. Die Lesung vor der Jahrgangsstufe 12 fand in der Aula im Rahmen der Scholl-Talks-Reihe statt. Ginsterburg erzählt die Geschichte einer fiktiven deutschen Kleinstadt in den Jahren 1935 bis 1945. Im Mittelpunkt stehen verschiedene Bewohnerinnen und Bewohner, deren Leben sich unter der Herrschaft des Nationalsozialismus stark verändert. Einige passen sich an, andere profitieren vom Regime, wieder andere leiden unter Ausgrenzung und Gewalt.
Besonders deutlich wird, wie selbst scheinbar normale Menschen zu Mitläufern werden oder wegsehen, obwohl Unrecht geschieht. Der Roman ist damit ein eindringliches Gesellschaftsbild über Schuld, Verantwortung und Menschlichkeit in unmenschlichen Zeiten.
Kein Wunder bei dieser Thematik, dass der Lesung eine ausführliche Fragerunde folgte, in der mögliche Gegenwartsbezüge des Romans ebenso zur Sprache kamen wie Ansichten des auskunfts – und diskussionsfreudigen Autors selbst.
- D. Teufel
In der vorletzten Schulwoche hatten zwei Klassen die Gelegenheit, zusammen mit ihrer Mathelehrerin Frau Fohr-Knappe und ihrer Klassenlehrerin die Veranstaltung Explore Science im Mannheimer Herzogenriedpark zu besuchen. Dies sind Erlebnistage der Klaus-Tschira Stiftung, die Schüler*innen vom Kindergarten bis zum Abitur für MINT-Themen begeistern möchte.
Zunächst besuchte jede Klasse einen Workshop. Die 7b baute selbst Ampeln und die 9e beschäftigte sich mit mathematischer Modellierung. Anschließend erhielten alle die Gelegenheit, sich bei den zahlreichen Ständen und Mitmachstationen umzusehen. Hier gab es vielfältige Angebote, wie ein Laser-Quest, eine Fahrradreparaturstation oder das Ada-Lovelace-Projekt, mit dem Titel „Unsichtbar genial“, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Beiträge von Frauen in der MINT-Forschung sichtbarer zu machen.
Neben Schulen der Region wurden die Stände von namenhaften Institutionen wie dem Technoseum, der Experimenta Heilbronn, der Uni Heidelberg oder dem Max Planck Institut für Astronomie betrieben.
Trotz schweißtreibender Temperaturen hatten wir zwei interessante Tage voller vielfältiger Einblicke in die Welt der Mathematik und Naturwissenschaften.
- Fohr-Knappe
Am 16.6.26 fand an unserer Schule die Preisverleihung der Mathematik- und NaWi-Wettbewerbe statt. Im Fach Mathematik nahm das Scholl an der Mathematik-Olympiade, am Landeswettbewerb und an „Mathe-ohne-Grenzen“ teil, wobei die Preisverleihung für den letzteren Wettbewerb extern ausgerichtet wurde. Von den zahlreichen Teilnehmer*innen der Matheolympiade qualifizierten sich hervorragende 29 Schüler*innen für die anspruchsvolle zweite Runde. Sie alle konnten sich über Urkunden und je nach erreichter Preisstufe auch über attraktive Preise freuen. Durch die lange Dauer des Wettbewerbs über mehrere im Schuljahr verteilte Runden wurde eine Schülerin, die bereits im Frühjahr ihre Abiturprüfung ablegte, hier erneut geehrt. Erfreuliche 10 Preisträger*innen konnte das Scholl im Landeswettbewerb verzeichnen, inklusive eines herausragenden 1. Platzes mit voller Punktzahl. Herzlichen Glückwunsch!
- V. Fohr-Knappe
Am 19.05.26 fand bei bestem Tenniswetter das Zwischenrundenspiel unserer gemischten U14-Tennismannschaft gegen das Otto-Hahn-Gymnasium aus Landau auf der Tennisanlage des Park TC Ludwigshafen statt. In diesem Jahr setzte sich die Mannschaft aus vielen neuen Spieler*innen zusammen, nur einer der fünf Spieler*innen hatte das GSG bereits im letzten Jahr vertreten. Da das GSG keine ausreichende Anzahl an Spieler*innen für getrennte U14-Jungen- und Mädchenmannschaften zur Verfügung hatte, musste auch in diesem Jahr eine gemischte U14-Mannschaft gemeldet werden. Die neuformierte GSG-Mannschaft, deren Spieler*innen im Vergleich zu den Spielern der gegnerischen Mannschaft im Durchschnitt eins bis zwei Jahre jünger waren, musste als gemischte Mannschaft beim Wettbewerb der U14 Jungen antreten.
In den Einzeln starteten für das GSG Leonardo (6c) und Mio (5d). Trotz starker Schläge, guter Beinarbeit und tollem Kampfgeist mussten sich Leonardo und Mio ihren souveränen Gegnern geschlagen geben, sodass es nach den Einzeln bereits 0:2 aus Sicht des GSGs stand.
In den Doppeln wurde das eingespielte Doppel Eduard (6c) und Lora (5c) im ersten Doppel eingesetzt, während Mio (5d) und Amalia (5c), die erstmals gemeinsam spielten, im zweiten Doppel antraten. Auch in den Doppeln gaben die vier GSG-Schüler*innen gegen die starken Landauer Jungen ihr Bestes. Die Zuschauer konnten viele schöne Ballwechsel verfolgen und sehenswerte Punkte beklatschen. Dennoch gelang es den GSG-Doppeln nicht einen Sieg einzufahren, sodass am Ende des Spieltages das Otto-Hahn-Gymnasium als verdienter Sieger feststand.
Unser Team: Amalia M., Lora G., Eduard B., Leonardo O., Mio G.
Vielen Dank für euer Engagement sowie eure gezeigten Leistungen für und im Namen des GSGs.
- Anne Zehetgruber-Braun
Die Schulgemeinschaft gratuliert herzlich unserer Schülerin Isabel Landmann aus der Klasse 10b: Sie zählt zu den elf Preisträger*innen des landesweit ausgeschriebenen Alexandra-Jung-Jugendkunstpreises Rheinland-Pfalz 2026.
Mit ihrer Bewerbungsmappe setzte sie sich gegen zahlreiche Mitbewerber*innen aus ganz Rheinland-Pfalz durch und überzeugte die Fachjury, die sich aus Kunst- und Designexpertinnen und -experten zusammensetzt.
Der Jugendkunstpreis wird seit 2008 in Erinnerung an die früh verstorbene Künstlerin Alexandra Jung vergeben. Ziel des Wettbewerbs ist die Förderung besonders talentierter junger Künstlerinnen und Künstler. Neben der Auszeichnung erhielten die Preisträgerinnen und Preisträger die Teilnahme an einem mehrtägigen Kunstcamp im Hunsrück auf dem Landgut der Stifterin Ilse Lang. Dort arbeiteten sie gemeinsam unter Anleitung professioneller Kunstschaffender an eigenen künstlerischen Projekten.
Die Ausstellung der ausgezeichneten Arbeiten fand im Mai 2026 im Atelier von Alena Steinlechner in Neustadt an der Weinstraße statt. Eine weitere Präsentation im Museum Heylshof in Worms ist für Oktober 2026 geplant, weitere Ausstellungen folgen.
Rückblickend berichtet Isabel von ihren Erfahrungen während der Kreationstage: „Auf dem Kunstseminar habe ich die verschiedensten Techniken und neue Perspektiven der Kreativität kennengelernt, die ich anschließend auch ausprobieren konnte. Einige der dabei entstandenen Ergebnisse könnt ihr auch in den Ausstellungen sehen. Zudem konnte ich mich mit weiteren kreativen und sehr sympathischen Preisträgerinnen und Preisträgern austauschen und hatte in der Gruppe sehr viel Spaß.“
Das folgende Video vermittelt einen Eindruck von der besonderen Atmosphäre der Kreationstage:
https://www.youtube.com/watch?v=evFSnB0dBf0
- Grit Hammer