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Scholl-Talks: Zwangsarbeit in Ludwigshafen - Eine vergessene Opfergruppe?

Über dieses wichtige Thema kam Dr. Klaus Jürgen Becker, stellvertretender Leiter des Stadtarchivs, mit den Schüler*innen des 10. Jahrgangs im Rahmen einer Scholl-Talks-Veranstaltung in der Aula ins Gespräch. Das Datum der Begegnung war mit dem 23.03. nicht zufällig gewählt, fällt doch auf diesen Tag das Ende des Krieges in Ludwigshafen. Nach seinem eindrücklichen und mit vielen Bildern, Graphiken und Dokumenten illustrierten Vortrag durften unsere Schüler*innen noch vertiefende Fragen stellen, die sie aus dem Unterricht mitgebracht hatten.

Im Verlauf des Zweiten Weltkriegs wurden viele Millionen Zwangsarbeiter im Deutschen Reich ausgebeutet. Sie hielten landwirtschaftliche Versorgung und Rüstungsproduktion angesichts der Einberufung der deutschen Männer aufrecht. Über ein Drittel waren Frauen, von denen viele sexualisierte Gewalt erlebten, auch ihre Kinder wurden mit verschleppt.

Bis zum Ende des Kriegs wurden am Standort Ludwigshafen mehr als 30.000 Menschen zur Zwangsarbeit für die I. G. Farben (heute BASF) genötigt, im gesamten Ludwigshafener Stadtgebiet leisteten bis zu 50.000 Menschen Zwangsarbeit. Die Lebens- und Arbeitsbedingungen waren miserabel. Unterbringung und hygienische Verhältnisse begünstigten die Ausbreitung von Ungeziefer und damit verbundenen Erkrankungen. Hinzu kommt, dass bei Bombardierungen Zwangsarbeiter die Bunker, die sie zynischerweise oft selbst erbaut mussten, nicht betreten durften.

- Oliver Rebou

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