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Ausstellungsbesuch: Zwangssterilisation &"Euthanasie"

Am Donnerstag, den 26.03.2026, besuchte die Klasse 8d in Bad Dürkheim gemeinsam mit Herrn Gresch und Frau Göring die Ausstellung: Weil wir anders waren: Zwangssterilisation und NS-,,Euthanasie“.

Die Ausstellung und die Vorträge wurden von der Lebenshilfe vorgestellt, die bei diesem Projekt durch die ,,Aktion Mensch“ und den ,,Bezirksverband Pfalz“ gefördert wird. In dieser Ausstellung geht es um die Gewalt gegenüber behinderten und kranken Menschen und die zahlreichen Morde an ihnen in der Zeit des Nationalsozialismus in den Jahren 1933 bis 1945, in denen Hitler an der Macht war. Es geht um Ausgrenzung, Tötung und Sterilisation von Menschen mit Behinderungen und psychischen Krankheiten.

Wie es zur Zwangsterilisation und ,,Euthanasie“ kam: Schon lange vor der Zeit des Nationalsozialismus begann die Ausgrenzung von Menschen mit psychischen Erkrankungen, Behinderungen, Beeinträchtigungen oder einfach nur Leuten die ,,anders“ waren. Sie wurden 1922 zu „Ballast“ erklärt und es wurde zwischen erkrankten und erbgesunden Menschen unterschieden.

Erbkrank bedeutete zum Beispiel Depression, Fallsucht (Epilepsie), Schizophrenie, Blindheit, Taubheit, körperliche Missbildungen oder ,,angeborener Schwachsinn“. Dazu gehörten aber auch Alkoholiker. 1934 sollten ,,erbkranke“ Menschen durch das ,,Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ zwangsweise unfruchtbar gemacht werden. Lehrer sowie medizinisches Personal sollten Betroffene melden und das Gericht entschied dann darüber, ob sie erbkrank waren. Zwischen 1934 und 1945 wurden etwa 400.000 Menschen zwangssterilisiert, wobei über 6.000 bei diesem Vorgang verstarben.

Menschen, die darunter litten: Lena H., geboren 1917 in der Pfalz. 1935 beantragte der Bezirksrat ihre Unfruchtbarmachung wegen ,,angeborenem Schwachsinns“. 1936 lernte sie Theodor kennen, doch ihre Heirat wurde wegen der bevorstehenden Sterilisation vom Standesamt abgelehnt. Alle weiteren Anträge auf eine Heirat wurden verboten und scheiterten, da Theodor als erbgesunder Mann nicht an Lena ,,verschwendet“ werden dürfe.

Der Beginn der systematischen Morde: 1939 begann im NS die organisierte Ermordung von beeinträchtigten Menschen. Die ersten Opfer waren Kinder. Der Reichsausschuss in der Kanzlei des Führers in Berlin begann damit, die Tötung beeinträchtigter Kinder zu organisieren. Unter einem Vorwand schickte man diese Kinder in ,,Kinderfachabteilungen“ in Anstalten und Kliniken, wo man sie mit Verhungern, Vernachlässigung oder mit Überdosen von Medikamenten ermordete. Es war der Vorläufer der ,,Aktion T4“.

,,Aktion T4“: Über 70.000 erbkranke Menschen wurden von den Nazis getötet. Die ,,Aktion T4“ erstreckte sich von 1939 bis 1941 und Ärzte entschieden, welche Menschen leben oder sterben sollten. Um auszuwählen, wer getötet werden sollte, dienten die Meldebögen: Rotes Plus hieß Ermordung, blaues Minus hieß Verschonung.

Ablauf von ,,Aktion T4“: Im Nazi-Deutschland gab es sechs Tötungsanstalten. In grauen Bussen wurden Betroffene aus den Anstalten dorthin gebracht. Man erzählte den Verwandten Lügen über die Morde, was jedoch herauskam, so dass die Morde nur noch in den Pflegeanstalten weitergingen. Diese Tötungsanstalten waren: Hadamar, Brandenburg, Bernburg, Pirna, Grafeneck und Hartheim. Die Opfer wurden in Gaskammern vergast, was circa 20 Minuten dauerte.

Viele Menschen wurden auch Opfer der ,,Euthanasie“, was aus dem Altgriechischen kommt und ,,schöner Tod“ heißt. Auch hier wurden Menschen systematisch getötet, beispielsweise durch das Medikament Luminal oder mangelnde Ernährung in Kombination mit hohen Dosen anderer Medikamente, was zu tödlichen Lungenentzündungen führte.

Mit den beeinträchtigten Menschen haben sie „geübt“, wie schnell sie möglichst viele Menschen töten können, was sie später auch mit Juden machten. Trotz Kriegsende starben bis 1949 noch viele Menschen an den Folgen von zum Beispiel Mangelernährung oder den oben genannten Lungenerkrankungen. Bis 1980 starben aber auch viele Betroffene noch, weil man ihnen wegen mangelnder medizinischer Kenntnisse nicht helfen konnte.

Täter und Täterinnen: Die Täter und Täterinnen wurde meist nicht bestraft und durften wegen Personalmangel sogar oft im Amt bleiben. Der Arzt Georg Renno hatte in Hartheim 30.000 Menschen töten lassen und bekam keine Strafe. Außerdem waren zwei Täter spätere Mitgründer der Lebenshilfe.

Durch Propaganda wurden viele Menschen davon überzeugt, dass Menschen mit Behinderung weniger wert und eine Last für die Gesellschaft seien. Daraus müssen wir lernen, keine Menschen auszugrenzen und weder durch Worte noch durch Taten zu verletzen.

Es war ein sehr lehrreicher Ausflug, der einen Einblick in das damalige Leben beeinträchtigter Personen geboten hat. Die anwesenden Schüler regierten alle sehr aufgeschlossen auf dieses Thema und zeigten sich außerdem sehr interessiert. Eine sehr schöne Sache, die die Ausstellung ebenfalls noch einmal interessanter gemacht hat, war, dass sie von zwei Betreuten und zwei Betreuern begleitet wurde.

- Leyla Schneider

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