Methodentage  

Eine Übersicht über den Ablauf der Methodentage vom 16.10. - 18.10.2018 findet man hier.

   

Anleitung Lernplattform  

Ein Anleitung rund um die Lernplattform Lonet findet man hier.

   

Drei erlebnisreiche Wochen in Deutschland

Zwölf Jugendliche aus Südpolen und ihre Begleitlehrerin Maria Rabska waren in der Zeit vom 11. bis 30. August 2018 in Deutschland zu Gast. Die beiden ersten Wochen verbrachten sie in Ludwigshafen, die letzte Woche in Berlin. Sie nahmen am Programm „Deutschland Plus“ teil, das vom Pädagogischen Austauschdienst (PAD) finanziert wurde. Voraussetzung für die Teilnahme der Schüler waren gute Leistungen in allen Fächern, vor allem aber im Fach Deutsch.

Über unsere Erfahrungen mit unseren deutschen Gastgebern möchten wir gerne berichten.

Nach einer 16stündigen Reise kamen wir müde und erschöpft am 11. August am Bahnhof in Mannheim an. Dort erwarteten uns schon unsere Gasteltern, bei denen wir die nächsten 14 Tage wohnten.

Unsere Begleitlehrerin wohnte in 3 Lehrerfamilien des Gastgymnasiums: in der ersten Woche bei Frau Josephine Theis, in der zweiten Woche bei Pastor Richard Zurheide. Die letzten 2 Tage verbrachte sie bei unserer Kursleiterin Frau Katja Hennig. Jede Familie hatte sie herzlich aufgenommen, überall fühlte sie sich wohl, und sie hatte alle in ihr Herz geschlossen.

Am ersten Wochenende hatten wir Gelegenheit, uns schon etwas näher kennen zu lernen. Am Montag, dem 13. August, war dann unser erster Schultag im Geschwister-Scholl-Gymnasium in Ludwigshafen. Wir wurden sehr herzlich von Schulleiter Keil begrüßt. Seine Herzlichkeit und Offenheit bewirkten, dass die Sprechhemmungen der Schüler sich schon etwas reduzierten.

Noch am gleichen Tag wurden wir im Rathaus empfangen. Dort wartete schon eine Journalistin des „Mannheimer Morgen“, um die Begleitlehrerin und einige Schüler zu interviewen. Gespannt warteten wir dann auf den Artikel in der Zeitung: Gäste aus Polen erkunden Region.

Fünf Lehrer des Geschwister-Scholl-Gymnasiums unterrichteten die polnischen Schüler/innen im Sprachunterricht: Frau Hennig, Frau Theis, Frau Schmitt, Frau Hermesdorf und Frau Schoof. Sie gestalteten den Unterricht so interessant, dass selbst die große Hitze für die Schüler/innen kein Hindernis war, aufmerksam zuzuhören. Im Gegenteil: sie bedauerten, dass aus diesem Grunde die Unterrichtsstunden verkürzt wurden. Nach diesem Unterricht hatten dann die polnischen Schüler/innen die Möglichkeit, den Unterricht ihrer Gastgeschwister zu hospitieren. Besonderes Interesse zeigten sie an wissenschaftlichen Fächern und am Fremdsprachenunterricht.

Besonders hervorheben möchten wir, dass der ganze Aufenthalt von Frau Katja Hennig, der Kursleiterin, perfekt durchdacht und geplant war. Mit ihrer höflichen, fröhlichen, freundlichen und zugänglichen Art kam sie bei den Schülerinnen und Schülern sehr gut an. Neben dem Unterricht mit den polnischen Jugendlichen begleitete sie uns auch bei Ausflügen, die sie selbst organisiert und vorbereitet hatte.

Wir lernten auch die nähere Umgebung kennen. In Ludwigshafen besichtigten wir zwei Stunden lang die größte Chemie-Fabrik Deutschlands, die BASF. Natürlich lernten wir auch die Stadt selbst kennen. Frau Monika Schönbucher, eine Lehrerin, führte uns durch die Stadt. Sie erzählte sehr interessante Dinge über die Ludwigshafener Geschichte und über ihre Sehenswürdigkeiten.

Auch Speyer, eine wunderschöne alte Stadt mit einem weltberühmten Dom, stand auf unserem Programm. An einem anderen Tag war Heidelberg mit Schlossführung und Schifffahrt auf dem Neckar bis Neckarsteinach angesagt. Eine sehenswerte Universitätsstadt, die uns alle begeisterte.

Sehr schnell, fast zu schnell, vergingen die beiden Wochen in Ludwigshafen. Zum Abschied, der uns allen sehr schwer fiel, organisierten die Gastfamilien zusammen mit der Kursleiterin einen Grillabend. In einer angenehmen Atmosphäre hatten wir Gelegenheit, uns bei allen zu bedanken. Als Dankeschön sang eine Schülerin ein polnisches Lied. Auch der Schulleiter war gekommen, der uns durch seine Anwesenheit eine große Ehre erwies.

Als wir am Sonntag nach Berlin aufbrachen, lag eine ausgesprochen schöne Zeit hinter uns, die uns allen in guter Erinnerung bleiben wird. Wir waren nun gespannt, was uns in Berlin erwartete. Nach fünf Stunden Bahnfahrt kamen wir dort an und belegten die Zimmer im Hotel „Transit“.

Noch am gleichen Abend fuhren wir zum Brandenburger Tor und fotografierten ohne Ende. Berlin wirkte auf uns riesengroß, allein hätten wir uns verloren gefühlt. Gott sei Dank war die ganze Zeit Frau Hennig dabei, die immer vorbereitet war. Auch ihren Onkel Peter Pranckel hatten wir dabei. Er stand uns von morgens früh bis zum Abend zur Verfügung. Er lebt in Berlin und kennt sich in dieser Stadt sehr gut aus. Extra für uns nahm er sich Zeit, führte uns durch diese Stadt und erzählte über ihre Geschichte.

Am folgenden Tag unternahmen wir eine Schifffahrt, während der wir schon einige Sehenswürdigkeiten von Berlin entdecken konnten. Unsere Ausflüge zum Holocaust-Mahnmal in der Nähe des Brandenburger Tores und ins Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen machten uns sehr betroffen und stimmten uns nachdenklich. Unsere weiteren Besichtigungspunkte wie die Straße Unter den Linden, den Alexanderplatz, den Checkpoint-Charly und den Deutschen Bundestag kannten wir bisher nur aus dem Fernsehen.

An einem Abend waren wir im GRIPS-Theater, ein bekanntes zeitgenössisches und politisches Kinder- und Jugendtheater. Dort schauten wir uns das Stück „Linie 1“ an, das uns auch zum Nachdenken brachte. Die Teilung Berlins ist für die Jugendlichen schon Geschichte. Für sie ist es unvorstellbar, dass Berlin durch eine Mauer geteilt war. Die Reste dieser Mauer haben wir noch an einigen Stellen in Berlin entdeckt.

Den letzten Abend verbrachten wir im „Berolina Bowling“. Dort hatten wir noch viel Spaß, bevor wir am nächsten Tag wieder die Heimreise antraten.

In Erinnerung bleiben wunderschöne Erlebnisse und neue Freundschaften.

 

Wir danken allen, die uns diese drei Wochen in Deutschland ermöglicht haben: dem PAD, der Schulleitung des Geschwister-Scholl-Gymnasiums mit ihren Lehrerinnen und Lehrern, der Kursleiterin Katja Hennig, den Gasteltern und Herrn Pranckel. Die drei Wochen in Deutschland werden unvergessen bleiben.

   
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